Newbie-FAQ

Aus NAS Wiki

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung: Ein paar Fakten vorab

Du hast dir gerade ein NAS gekauft oder hast vor, dies zu tun?
Eine Übersicht über die populärsten Geräte gibt es hier.

Alles ist etwas verwirrend und nichts funktioniert so recht?
Hier werden ein paar grundlegende Fragen geklärt, die im Forum immer wieder auftauchen.

Irrtümer und Erwartungen

Ein NAS ist kein USB-Laufwerk

Die meisten NAS sind mit einem oder mehreren USB-Anschlüssen ausgestattet. Diese dienen jedoch sehr oft nur dazu, einen USB-Stick oder ein USB-Laufwerk anzuschließen oder sogar einen Drucker, falls das NAS mit einer Printserver-Funktion aufwarten kann.
Ein USB-Anschluss bedeutet nicht automatisch, dass man das NAS nun einfach an den PC anhängen kann und so das NAS schnell und bequem "betanken" kann. Einige NAS verfügen über diese Funktion. Meist sind das Ein-Platten-Laufwerke wie das Raidsonic NAS-2000 oder aber sehr teure Geräte, die vier und mehr Platten aufnehmen. Die zur Zeit sehr beliebten 2-Platten Geräte verfügen praktisch alle nicht über diese Funktion.

Ein NAS ist langsamer als ein USB-Laufwerk

Eine 100Mbit LAN-Verbindung schafft theoretisch max 100/8=12,5MB/s. Abzüglich des Overheads des verwendeten Transportprotokolls (samba,ftp,nfs) bleiben meist nicht mehr als 8-10MB übrig. Selbst ein billiges USB-Laufwerk schafft locker 50-60MB/s. Dieser Geschwindigkeitsunterschied ist sehr deutlich zu spüren, aber unvermeidbar.
Neuere Geräte bieten eine 1GBit-Schnittstelle an. Damit ließen sich nun theoretisch 125MB/s (minus Overhead) übertragen, doch nun kommt der Prozessor im NAS ins Spiel. Dieser ist aus Kosten- und Stromspargründen meist verhältnismäßig langsam getaktet (300-500MHz) und kann die theoretisch zur Verfügung stehende Bandbreite bei weitem nicht ausreizen. Bei 25-30MB/s ist meist Schluss. Natürlich gibt es Geräte, die schneller sind, aber die kosten deutlich mehr.

RAID1 und Datensicherheit

RAID1 verschafft Redundanz, aber nicht Sicherheit. Auch mit einem RAID1-NAS ist es unerlässlich, regelmäßig externe Sicherungskopien zu ziehen, die räumlich getrennt gelagert werden.

Natürlich ist RAID1 besser als gar kein Backup, es ersetzt dieses aber nicht. RAID1 sichert lediglich einen Defekt des NAS-Gehäuses oder einer der Festplatten ab.

NAS und Backup

Da ein NAS im Netzwerk verfügbar ist und in der Regel von mehreren PC's/Personen angesprochen wird sind die Daten hier genau genommen sogar unsicherer als Daten auf einem einfachen PC der nur von einer Person genutzt wird. Daten können am NAS genau wie am PC gelöscht werden und sind nicht wieder herstellbar.

Ein Backup dagegen ist ein meist passiver Datenträger der nicht permanent genutzt wird und nur im Falle eines Datenverlustes für die Wiederherstellung der Daten zum Einsatz kommt.

Erste Schritte

Das NAS im Netzwerk finden

Wenn du das NAS zum ersten mal an den Router oder den Switch anschliesst, wird ihm sehr wahrscheinlich eine IP-Adresse zugewiesen. Um diese herauszufinden, wird bei praktisch allen NAS ein "NAS-Finder" mitgeliefert. Das ist ein kleines Programm, welches das Netzwerk durchsucht, das NAS (hoffentlich) auffindet und auch einige grundlegende Einstellungen auf dem NAS ermöglicht.
Falls dieses Tool nicht vorhanden ist oder nicht verwendet werden kann, kannst du auch im Router nachsehen, welche Netzwerkgeräte angeschlossen sind samt der dazugehörigen IP-Adressen.

Administration

Praktisch alle NAS verfügen über ein grafisches Konfigurationwerkzeug, welches über den Webbrowser erreichbar ist, indem Du die IP-Adresse des NAS eingibst.

Freigaben

Freigaben (shares) sind Ordner auf der Festplatte, die vom NAS im Netzwerk zur Verfügung gestellt (freigegeben) werden. Um aus einem Ordner eine Freigabe zu machen, musst du im web-if (Webinterface/Benutzeroberfläche) den Ordner als Freigabe definieren. Es lassen sich natürlich auch neue Freigaben (und die dazugehörigen Ordner) anlegen.

Benutzer

Um auf eine Freigabe zugreifen zu können, musst du das unter einem bestimmten Benutzernamen (username) tun. Dieser User muss über Zugriffsrechte verfügen und diese werden - erraten - im web-if festgelegt. Das ist bei jedem NAS / web-if etwas anders realisiert, meistens befindet sich bei den Freigaben ein button namens "access control" oder ähnlich. Ohne Rechtevergabe geht oft gar nichts!

Fileserver

Die meisten Consumer-NAS bieten einen FTP-Server, Samba-Server und evtl. einen NFS-Server. Mehr und mehr werden auch Services für Apple bereitgestellt.
Der wichtigste Server ist sicherlich der Samba-Server (SMB) der dafür sorgt, dass die Freigaben in einer Windows-Umgebung erscheinen.
FTP ist ein relativ altes Protokoll zur Datenübertragung. Es ist schneller als SMB, bietet aber nicht den Komfort. Es ist immer noch sehr weit verbreitet, vor allem für die Datenübertragung über das Internet. Um aber die Daten im Heimnetzwerk zu nutzen ist es nicht notwendig.
NFS wird fast ausschließlich in der Unix/Linux-Welt verwendet und ist für ein Windows-Netzwerk mehr oder weniger irrelevant.

Zugriff

Es liegt auf der Hand, dass man den jeweiligen Server mit dem richtigen Programm auf dem PC (Client) ansprechen muss. Bevor du also irgendein Programm startest, um das NAS zu kontaktieren, überlege dir, ob der entsprechende Server überhaupt aktiviert ist. Es ist sinnlos, mittels Filezilla (=FTP-Client) auf das NAS zugreifen zu wollen, wenn der FTP-Server nicht läuft oder aber User-Zugriffsrechte noch nicht definiert sind.
Wenn alles richtig eingestellt ist, kannst du in Windows auf die Freigaben zugreifen, indem du im Windows-Explorer (starten mit Windowstaste + "E") die IP-Adresse des NAS in folgendem Format eingibst:

\\ip.deines.nas.servers

Mehr aus dem NAS holen

weitere Funktionen

NAS entwickeln sich immer mehr zu Multifunktionsgeräten, die, weil sie wenig Strom brauchen, permanent eingeschaltet bleiben können und so langwierige Jobs (Downloads, Musik/Video über das Netzwerk streamen) erledigen, sodass der PC ausgeschaltet werden kann. Die Verwaltung und Konfiguration dieser Services geschieht natürlich über das web-if.

Betriebssystem-Ebene

Mehr und mehr Geräte bieten ein "offenes" Betriebssystem an (auf fast allen Geräten läuft ein embedded Linux), das heisst, es ist möglich, das NAS auf der Betriebssystem-Ebene zu erreichen und so weitreichende Veränderungen vorzunehmen bzw. zusätzliche Funktionen und Services zu installieren. Ein paar grundlegende Erklärungen dazu gibt es hier.

support

Die NAS-Portal-Community ist sehr offen und hilfsbereit, es wird aber auch vorausgesetzt, dass Du Deine Hausaufgaben machst, bevor du eine Frage im Forum plazierst, denn sehr viele Fragen wurden schon einmal (oder öfter) gestellt und auch beantwortet. Immer dieselben Fragen aufgetischt zu bekommen ist leider nicht gerade motivierend (wenn du also mal länger keine Reaktion auf deine Frage bekommst, kann es daran liegen, dass dies ein schon oft behandeltes Thema ist). Denk bitte daran, dass dies hier eine freie, unabhängige Community ist, in der die User freiwillig und unentgeltlich Hilfestellung leisten, die oft auch weit über den offiziellen Support der Hersteller hinausgeht. Wenn du das Gefühl hast, eine Forderung stellen zu müssen, wende dich bitte an den Hersteller deines Geräts.

Die "Hausaufgaben" umfassen:

  • Diese Wiki-Seite.
  • Das gründliche Verwenden der Suchfunktion sowohl im Forum als auch im Wiki.
  • Bei Fragen, die sich auf Linux-Ebene abspielen, ist die Linux-Anfänger-Ecke verpflichtend! (Fragen wie "was ist eigentlich telnet?" werden wahrscheinlich von niemandem beantwortet)
  • Damit dir effizient geholfen werden kann, lies dir bitte den Leitfaden durch.

Weitere Fragen

Festplatten und Formatierungen

  • Frage: Ich habe gelesen, dass viele NAS die Festplatten mit ext2 oder ext3 formatieren, mein PC läuft aber unter Windows / NTFS.
  • Antwort: Macht nichts. Nachdem die Daten ja über ein Netzwerk übertragen werden, kommunizieren der PC und das NAS über ein Netzwerk-Protokoll (z.B. FTP, Samba oder NFS). Der PC kann das dahinterliegende Dateisystem also gar nicht "sehen". Wenn du mal die Platte ausbauen solltest, um sie direkt im PC einzubauen (z.B. zur Datensicherung, weil das NAS defekt ist), ist auch das kein Problem: Es gibt inzwischen frei verfügbare Treiber für Windows. Damit kann dann auch ein Windows-PC ext2/3 verarbeiten.

  • Frage: RAID, SPAN, JBOD... was bedeutet das alles und wie setze ich es am besten ein?
  • Antwort: RAID bedeutet nichts anderes, als dass das Gerät zwei (oder mehrere) Festplatten zu einer logischen Einheit zusammenfasst. Die meisten 2-Platten Geräte bieten neben RAID0 (das in diesem Zusammenhang vernachlässigt werden kann) auch RAID1 an. In diesem Modus werden die Daten 1:1 gespiegelt, und zwar permanent. Das hat den Vorteil, dass bei Ausfall einer Platte die Daten nicht verloren gehen, sondern weiterhin verfügbar sind. Die defekte Festplatte kann ausgetauscht werden, das Gerät baut den RAID-Verbund anschliessend selbstständig wieder auf (dies dauert je nach Platte und Datenvolumen schon einige Stunden). SPAN fasst die beiden Festplatten zusammen und präsentiert sie nach außen als ein "großes" Laufwerk mit einem Datenvolumen, dass der Summe der beiden einzelnen Platten entspricht (z.B. ergeben zwei Platten zu 250 GB ein SPAN-"Laufwerk" zu 500 GB). Die Daten werden hierbei einfach der Reihe nach auf die Platten geschrieben, also wird zuerst die erste Platte befüllt und wenn die dann voll ist, geht es auf der zweiten Platte weiter. Dies ist auch der Unterschied zu RAID0, dass in echten Servern (oder PCs) der Beschleunigung des Datendurchsatzes dient, in einer NAS-Box jedoch nichts verloren hat, da die Daten aufgrund der meist bescheidenen Prozessorleistung und der Übertragung im Netzwerk gar nicht schneller transportiert werden können.

  • Frage: Kann ich mein NAS ohne Datenverlust von "normalen" auf RAID1 Betrieb umstellen?
  • Antwort: Nein. Fast alle Consumer-Gerät am Markt formatieren beide Platten beim Anlegen eine RAID1-Verbundes neu. NAS der höheren Preisklasse bieten eine sog. RAID-Migration an.

  • Frage: Spindown - was heißt das?
  • Antwort: Wenn auf das NAS längere Zeit nicht zugegriffen wird (z.B über Nacht), schaltet das Gerät die Festplatten ab. Das schont die Platten und spart Energie.

Datenübertragung

  • Frage: Ich möchte über FTP aus dem Internet auf meine Daten zugreifen. Ist das sicher?
  • Antwort: Nein. Bei FTP werden sämtliche Daten, inkl. Username und Passwort unverschlüsselt übertragen und können so von jedermann mitgelesen werden. Wenn du trotzdem über FTP auf das NAS zugreifen willst, lege in deinem eigenen Interesse einen extra User an, der nur Lese-, aber keine Schreibrechte hat und leite den FTP-Port in deinem Router nach aussen auf eine hohe Portnummer um, denn der standardmäßige FTP-Port ist einer der am häufigsten gescannten Ports im Netz, weshalb Du mit zahlreichen Attacken auf Dein NAS zu rechnen hast.

  • Frage: Gibt es dann überhaupt eine Möglichkeit, aus dem Internet sicher auf meine Daten zuzugreifen?
  • Antwort:
    • Ja. Manche NAS bieten einen verschlüsselten FTP-Zugang an oder aber Du greifst mittels winSCP über ssh auf das NAS zu, falls ein SSH-Server vorhanden oder installierbar ist. Beachte, dass Du mit SSH meistens Zugang auf alle Ebenen des NAS hast, nicht nur auf die Datenpartition der Festplatte. Entsprechende Vorsicht ist geboten.
    • Eine andere Möglichkeit besteht im Zugriff mittels einer VPN-Verbindung. Etwas höherwertige Router bzw. Modems haben diese Funktion bereits eingebaut. Damit kannst Du Dich (bevorzugt in Kombination mit dynDNS) über eine verschlüsselte Verbindung in dein Heimnetzwerk einloggen und ganz normal weiterarbeiten, so als ab du zuhause wärst. Diese Funktion gehört nicht zu den klassischen Aufgabengebieten eine NAS, für manche Geräte mit offener Firmware gibt es aber trotzdem Pakete, die eine VPN-Funktion ermöglichen.

  • Frage: Ich möchte auf meine Filme und die Musik über das Netzwerk zugreifen können.
  • Antwort: Sobald das NAS einen UPnP-Mediaserver eingebaut hat (wird meist schon auf der Verpackung groß angepriesen) ist dies auch mit Netzwerk-Playern möglich.

  • Frage: Ich möchte das NAS als Printserver einsetzen?
  • Antwort: Diese Funktion verbreitet sich zusehends. Es ist jedoch zu beachten, dass dies bei manchen Boxen besser und anderen Boxen schlechter realisiert wurde. Reines Drucken geht - bei vorhandener Funktionalität - natürlich immer (wobei es bei manchen Geräten sehr lange dauern kann, bis das Dokument auch tatsächlich aus dem Drucker kommt), aber oft werden Zusatzfunktionen, wie die Tintenstandsanzeige nicht unterstützt, von der Unterstützung von Multifunktionsgeräten (scannen) ganz zu schweigen. Hier bitte im Forum bzw. Internet vorab gründlich zu dem Gerät, welches Dich interessiert, recherchieren.

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